Die Vorlage für den Gemeinderat steht: ein Etappenziel von FutuRaum

Das Projekt FutuRaum hat mit der Vorlage für den Gemeinderat, über die der Gemeinderat am 11. Juli 2024 entscheidet, ein erstes Etappenziel erreicht. Die Vorlage enthält die Themen, die für – und rund um die Fressgasse in der City Factory, mit Bürgerschaft und verwaltungsintern diskutiert und vorgeschlagen wurden. Die Fressgasse dient dabei als Blaupause für das, was für die Innenstadt und ihre Zukunft als wesentlich in Hinblick auf Aufenthaltsqualität und Attraktivität angesehen wird.
Es entstand ein Zukunftsbild, das Vertreterinnen und Vertreter unter anderem von Handel, Gastronomie, Eigentümern, Gewerbetreibenden, Bürgerschaft, Kultur und Verwaltung entworfen haben. Die Vorschläge sind Ergebnis eines lebendigen Beteiligungsprozesses, die nun geprüft und weiterentwickelt werden sollen, bevor sie umsetzungsfähig sind.

Fotos aus den Sitzungen der City Factory, die monatlich im Stadthaus getagt hat.


„Die Gemeinderatsvorlage von über 43 Seiten dokumentiert die Breite der Themen, die wir diskutiert und erarbeitet haben. Ein erstes Ergebnis vieler Anregungen. Aus Kontroversen wurden konstruktive Vorschläge und Maßnahmen, die von allen getragen werden. Darauf können wir alle stolz sein“, sagt der Innenstadtbeauftragte und Gesamtprojektleiter von FutuRaum, Petar Drakul.

Selbstbewusste City-Vermarktung

Gleichzeitig enthält die Vorlage Vorschläge, die sich an dem orientieren, was in Mannheim in den nächsten Monaten geplant ist. „Wir sollten das, was Mannheim zu bieten hat, in Zukunft selbstbewusst vermarkten“, so Drakul. Das sei übrigens auch eine breite Meinung der City Factory gewesen.

Dazu zählt die im Oktober startende Ausstellung zur „Neuen Sachlichkeit“. Daraus kann eine Strahlkraft der Ausstellung weit über die Kunsthalle hinaus entstehen. Hierfür werden Kunsthalle und City Werbegemeinschaft intensiv zusammenarbeiten.
Ein Dachfestival und ein Straßenkulturfestival sind weitere Vorschläge, über die der Gemeinderat entscheiden soll. Alle Aktivitäten haben natürlich auch ein Preisschild.

Umdenken ist notwendig

Die Vorlage enthält zudem den Rückblick, wo das vom Bundesförderprogramm für Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ) finanzierte Projekt FutuRaum 2021 ansetzte, ebenso die Ausgangsbasis mit Daten und Fakten der Stadt Mannheim, die wie auch andere Städte vor großen Veränderungen steht, ja stehen muss. Stichworte sind veränderte Einkaufsgewohnheiten, klimatische Veränderungen und das Miteinander einer Mobilität, die Akzeptanz findet ̶̶   kurz die Belebung der Innenstadt.

25.000 Menschen leben in der Innenstadt, über 66 Prozent davon in Ein-Personen-Haushalten. Während an Mannheims Stadtrand vier Hitzenächte im Sommer 2022 gemessen wurden, gab es im gleichen Zeitraum in der Innenstadt 26 an der Zahl. Die Innenstadt ist zu 86 Prozent versiegelt, die City gar zu 96 Prozent. Entsiegelung und Begrünung sind daher unstrittige Maßnahmen.


Dies zeigt auch, wie viel noch zu tun ist, um das Zukunftsbild zu erreichen, das in der City Factory formuliert wurde:

  • Die Fressgasse ist ein Wohlfühlort zum Einkaufen, Leben und Genießen.
  • Die Fressgasse orientiert sich an nachhaltiger Lebensqualität: Entsiegelung, Fassadengrün und Schatten prägen ihr Bild.
  • Die Fressgasse ist gut erreichbar: Klimafreundliche und entschleunigte Fortbewegung sorgen für gute Luft.
  • Die Fressgasse ist unverwechselbar: Sie bietet vielfältige gastronomische Konzepte, erlebnisorientierten Genuss und ist ein lebendiger Aufenthaltsort.
  • Die Fressgasse ist kultureller und demokratischer Raum für sozialen Zusammenhalt.

Lebendige Vielfalt zeigen

Unter dem Stichwort Mannheim als Ort der Vielfalt und Toleranz sollen in Zukunft die Aktivitäten eine breitere Basis bekommen und Kreativität und Toleranz ausdrücken. Vor allem Bildungseinrichtungen wie die Hochschulen in Mannheim sollten näher ans Innenstadtgeschehen andocken und in ihrer gestaltenden Rolle Sichtbarkeit erhalten.

Für das wohl am stärksten kontrovers diskutierte Thema Verkehr wird im ersten Schritt eine Gestaltung der Fressgasse vorgeschlagen, die dort den Autoverkehr entschleunigt, unter anderem durch eine mäandrierende Verkehrsführung. Hierfür gibt es viele Detailideen, die jedoch mit ihren Konsequenzen vertieft geprüft werden müssen.

Viele weitere Punkte beschäftigen sich mit dem Straßenbild der Innenstadt. Sauberkeit ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Verhaltensweisen. Deshalb gibt es zahlreiche Kampagnen der Stadt, die dafür sorgen, dass alle am Thema dranbleiben. Auch für die Sicherheit – die häufig subjektiv erlebt wird – sind Ansätze wie Polizeipräsenz; aber auch bessere Beleuchtung in den Abendstunden im Fokus. Zum Auftritt Mannheims gehört zudem eine stilsichere Aufmachung der Geschäfte, die Gemeinschaft widerspiegelt, ohne deshalb gleich uniformiert zu sein.

Es muss weitergehen

Und natürlich ist die Fressgasse nur ein Anfang. Es soll weitergehen mit anderen Innenstadt-Meilen wie Kunststraße oder Breite Straße. Die Themen sind gesetzt:
1. Ökologie (u.a. Temperatur, Begrünung, Entsiegelung, Luft)

2. Mobilität (alle sechs Monate Verkehrsbefragung)

3. Kaufkraft (vgl. IHK-Analyse)

4. Sicherheitsempfinden

5. Wohlbefinden der Besucherinnen und Besucher

Jetzt haben Hauptausschuss und der Gemeinderat das Wort.