Erste Maßnahmenvorschläge für den Handel diskutiert

Die fünfte Sitzung der City Factory Quadrate bei FutuRaum war fast ausschließlich der Gruppenarbeit gewidmet. Diskutiert und dokumentiert wurde das noch offene Thema der Vision „Zusammenleben in Vielfalt“. Die wie bereits für die anderen Themen der Vision gestellte Ausgangsfrage war abermals: Warum ist das in der Vision beschriebene Ziel noch nicht erreicht?

Im Blick der Diskussion waren – entsprechend der festgelegten Schwerpunkte für FutuRaum II die Breite Straße, der Marktplatz und die Unterstadt. Die Diagramme und die Ursachenbetrachtung der Gruppen ähnelten sich: Sprachbarrieren, das möglicherweise Trennende der Kulturen, unterschiedliche Wertvorstellungen, die „eigene Welt Klein Istanbul“, die fehlende Vielfalt in Gastro- und Einzelhandel, zu wenige attraktive Angebote, zu geringe Belebung am Marktplatz durch Bildungs- und Kulturangebote außerhalb der Markttage, die abends teilweise dunklen Ecken oder auch die fehlende Verantwortung für das, was vor den Haustüren passiert. Das waren nur einige der Gründe, warum Vielfalt in den Teilen der Innenstadt als problematisch gesehen wird.

Es ist guter Brauch des Arbeitsprozesses, dass nach der Analyse Lösungen folgen. Deshalb war im zweiten Teil des Abends der Auftrag an die Gruppe, aus den Diagnosen konkrete Maßnahmen-Vorschläge zu formulieren. Moderator Noah Fleischer (LUB) pochte ganz bewusst darauf, dass alle Teilnehmenden bei dem Blick auf das erste Schwerpunktthema „Handel“ nicht harte Positionen beziehen. Vielmehr gehe es darum, Bedürfnisse zu erkennen und über das Gespräch Akzeptanz zu schaffen.

Die Problemcluster des Handels als Paper in der Hand, entwickelten die Gruppen mögliche Schritte, die im Mai, wenn in der Gruppe Einigung erzielt ist, der Verwaltung vorgelegt werden sollen. Vorher sollen auch noch die Perspektiven insbesondere des Gastronetzwerks und des Begleitkreises Innenstadtwirtschaft mit einfließen.

Kaufkraft, Erreichbarkeit, Angebotsvielfalt, Onlinehandel, Gastronomie, Sicherheit und Sicherheitsgefühl, Miete, Kosten oder Leerstand und das Erscheinungsbild boten reichlich Gesprächsstoff.

Intensiv wurde diskutiert über eine Willkommenskultur für Kunden, eine Unterstützung zum Beispiel der IHK zur Professionalisierung der Kundenberatung, über die attraktivere Erreichbarkeit der Innenstadt-Geschäfte mit dem ÖPNV, ein optimiertes Parksystem, ein besseres Erscheinungsbild der Schaufenster, mehr Kontrollen von störenden Posern und vieles mehr.

Im nächsten Schritt bei der folgenden City Factory Quadrate werden all diese Impulse im Plenum geteilt. Dabei wird jede Person ein Vetorecht haben. Bei schwerwiegenden Einwänden wird nachjustiert, oder werden Vorschläge auch verworfen.  Die nächste City Factory Quadrate tagt am 10. April.